19.03.2026
HDE: Handel findet zu wenige Azubis trotz vieler Ausbildungsplätze
Der Einzelhandel gehört weiterhin zu den größten Ausbildungsbranchen in Deutschland, hat jedoch zunehmend Schwierigkeiten, offene Lehrstellen zu besetzen. Nach aktuellen Zahlen der Deutscher Industrie- und Handelskammertag für 2025 liegt das Problem weniger im Angebot als im fehlenden Zusammenfinden von Bewerbern und Betrieben.
„Es kommt immer seltener zusammen, was zusammengehört“, sagte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverband Deutschland. Trotz hoher Ausbildungsbereitschaft könnten viele Stellen nicht besetzt werden. Ursache sei kein branchenspezifisches Problem, sondern eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung mit weniger Schulabgängern, steigender Studienneigung und veränderten Erwartungen junger Menschen. „Unser Problem ist nicht mangelnde Attraktivität, sondern dass zu wenige junge Menschen überhaupt den Weg in eine duale Ausbildung finden.“
In den vergangenen drei Jahren habe der Handel seine Ausbildungsangebote modernisiert und Karrierechancen stärker sichtbar gemacht, dennoch bleibe die Zahl der Bewerbungen hinter dem Bedarf zurück. Viele Jugendliche orientierten sich spät oder entschieden sich gegen eine duale Ausbildung, obwohl der Handel vielfältige berufliche Perspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten biete.
Der HDE fordert daher eine gemeinsame Anstrengung von Politik, Schulen und Wirtschaft, um die berufliche Bildung aufzuwerten und die Berufsorientierung zu verbessern. „Wir brauchen eine gemeinsame nationale Kraftanstrengung, um jungen Menschen den Wert beruflicher Ausbildung wieder näherzubringen“, so Genth. Nur wenn mehr junge Menschen die Chancen einer Ausbildung erkennen, lasse sich der Fachkräftebedarf im Handel langfristig sichern.
Mehr zur HDE-Ausbildungskampagne unter www.karriere-handel.de
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