04.03.2026
HDE: Konsumstimmung erneut rückläufig
Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich im März nach einer leichten Aufhellung zu Jahresbeginn wieder verschlechtert. Das geht aus dem aktuellen Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) hervor. Eine nachhaltige Belebung ist bislang ausgeblieben, anhaltende wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten dämpfen weiterhin den Optimismus der Verbraucher.
Sowohl die Anschaffungsneigung als auch die Sparneigung sind im Vergleich zum Vormonat leicht zurückgegangen. Insgesamt zeigen sich bei den geplanten Konsum- und Sparaktivitäten jedoch keine deutlichen Veränderungen. Eine spürbare Erholung des privaten Konsums ist nach Einschätzung des HDE derzeit nicht in Sicht. Als wesentlicher Grund gelten die eingetrübten Einkommenserwartungen, die wieder auf dem Niveau des Vorjahres liegen.
Auch der konjunkturelle Ausblick der Verbraucher hat sich im Vergleich zum Vormonat leicht verschlechtert. Zwar wird die wirtschaftliche Entwicklung etwas optimistischer eingeschätzt als zum Jahreswechsel, doch bleibt die Skepsis groß. Der von der Bundesregierung angekündigte Aufschwung ist aus Sicht vieler Verbraucher bislang nicht spürbar.
Zusätzliche Belastungen könnten sich durch den Krieg im Iran ergeben. Nach Einschätzung des HDE dürfte ein bewaffneter Konflikt in der Region die ohnehin fragile Konsumstimmung weiter beeinträchtigen. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth erklärte, die zunehmende Verunsicherung durch internationale Krisen und Konflikte wirke sich negativ auf die Kauflaune aus.
Die unmittelbar spürbaren Auswirkungen auf den Einzelhandel seien derzeit allerdings begrenzt. Nach Angaben des Verbandes sind die globalen Lieferketten aktuell nicht direkt betroffen. Einschränkungen könnten allenfalls im Luftfrachtverkehr auftreten, etwa wenn Flugrouten über Drehkreuze in den Golfstaaten angepasst werden müssen. Im Seeverkehr hätten große Reedereien ihre Routen bereits seit den Angriffen der mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jahr 2023 vermehrt um die Südspitze Afrikas verlegt. Inwieweit sich jüngste Entwicklungen im Nahen Osten weiter auf den internationalen Handel auswirken, bleibt abzuwarten.
Da aus der Region erhebliche Mengen an Erdöl und Gas stammen, könnten steigende Energiepreise mittelfristig Auswirkungen auf Diesel-, Gas- und Logistikkosten haben. Dies würde sich potenziell auch auf die Kalkulation im Handel auswirken.
Das HDE-Konsumbarometer erscheint jeweils am ersten Montag eines Monats und basiert auf einer Umfrage unter 1.600 Personen. Es wird vom Handelsblatt Research Institute im Auftrag des HDE erstellt und dient als Indikator für die erwartete Entwicklung des privaten Konsums in den kommenden drei Monaten.
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