04.05.2026
Matratzenindustrie: Geschäftslage weiter verschlechtert
Das Geschäftsjahr 2025 stand für die Unternehmen der deutschen Textil- und Matratzenindustrie einmal mehr unter dem Zeichen der anhaltenden wirtschaftlichen Krise. Die Geschäftslage hat sich gegenüber dem Vorjahr nochmal deutlich verschlechtert und die Unternehmen in eine prekäre Lage gebracht, so das Kompetenz-Zentrum Textil + Sonnenschutz, das die Zahlen für 2025 veröffentlicht hat.
Demnach mussten die Hersteller von Heimtextilien für das Geschäftsjahr 2025 einen Rückgang bei Umsatz und Absatz in den Sparten Bettwaren und Möbelbezugsstoffe/ Deko-/Gardinenstoffe hinnehmen. Bei Bettwaren betrug das Minus bei Umsatz und Absatz jeweils -6,3 Prozent. Das Segment der Möbel-, Deko-/Gardinenstoffe vermeldet ein Umsatzminus von -12,4 Prozent bei nur leicht rückläufiger Nachfrage (-0,3 %).
Bei den Matratzenherstellern ging der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um 5,1 Prozent zurück. Das Minus erstreckt sich über die Warengruppen und nahezu alle Technologien. Nischenprodukt Bonnell ist dabei größter Verlierer. Lediglich Schaum (+1,1 %) und Sonstige (+5,6 %) lagen über dem Vorjahr.
Wie das Kompetenz-Zentrum Textil + Sonnenschutz betont, verzeichnet die deutsche Wirtschaft die längste Phase negativer Unternehmenserwartungen seit zwei Jahrzehnten. Vor allem die energieintensiven Produktionsstufen der Matratzenindustrie stehen aufgrund geopolitisch verursachter Energiepreisrisiken unter erheblichem Kostendruck. „Auch jüngste wirtschaftspolitische Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung greifen nach Einschätzung vieler Unternehmen zu kurz bzw. sind falsch adressiert“, so der Verband. Gleichzeitig fehle es an einer „konsistenten, aufeinander abgestimmten wirtschaftspolitischen Gesamtagenda“. Einzelmaßnahmen wie der angekündigte „Bauturbo“ würden zwar an den richtigen Stellen ansetzen, zeigten bislang jedoch kaum Wirkung und greifen inhaltlich zu kurz.
Hinzu kommt, dass der Importdruck durch chinesische Anbieter steigt, die zunehmend und mit aggressiver Preispolitik auf den deutschen Markt drängen. Vor diesem Hintergrund wächst der Handlungsbedarf erheblich. „Notwendig ist ein umfassendes Reformpaket mit einem deutlichen Abbau von Regulierung, einer spürbaren Senkung der Steuer- und Abgabenlast für Unternehmen und Beschäftigte sowie dauerhaft wettbewerbsfähigen Energiepreisen“, so das Kompetenz-Zentrum Textil + Sonnenschutz.